04.06.2026

Siehe, Er kommt in den Wolken.

Offenb. 1,7. Von der Zukunft Christi zum Gericht wird sehr oft in der heiligen Schrift geredet, und es hat schon Enoch der Siebente von Adam gesagt: siehe, der HErr kommt mit viel tausend Heiligen, Gericht zu halten u.s.w., Jud. 14.15. Auf gleiche Weise schrieb auch Johannes im Eingang seines letzten Buchs: siehe, Er kommt in den Wolken. Die heiligen Propheten sahen nämlich die künftigen Dinge im Geist, als ob sie gegenwärtig wären und wirklich geschähen, und deßwegen redeten sie auch so davon. Johannes setzt sogar das Wörtlein siehe hinzu, als ob er dem Leser seines Buchs die Zukunft Jesu in den Wolken zeigen wollte. Offenb. 19. wird eine Zukunft Christi beschrieben, bei welcher Er als ein Feldherr auf einem weißen Pferd mit einem Heer kommt, um zu streiten und zu siegen, und diese Zukunft ist eben dieselbe, von welcher Jesaias Kap. 6. geweissagt hat, und welche Zach. 14,. ein Auszug des HErrn zum Streit genannt wird. Diese Zukunft wird einigermaßen sichtbar sein, und große Veränderungen auf der Erde nach sich ziehen. Seine letzte Zukunft aber, bei welcher ihn alle Augen sehen werden, wird o geschehen, daß Er mit himmlischen Wolken umgeben sein, und auf einer derselben als auf einem Wagen oder beweglichen Thron daher fahren wird, Luk. 21,27., wie dann dieses Letzte auch Ps. 104,3. von Gott geweissagt wird, s. Mark. 13,26., Offenb. Joh. 1,7. Auch bei der Gesetzgebung kam Gott in einer dicken Wolke, 2 Mos. 19,9.16., und bei der Verklärung Christi auf dem Berg war die Herrlichkeit Gottes mit einer Wolke bedeckt, so daß ein Schatten durch die Wolke entstand: doch leuchtete sie auch einigermaßen aus derselben heraus, weßwegen Matth. 17,5. gesagt wird, es habe die Jünger eine lichte Wolke überschattet. Als der HErr Jesus im Begriff war, aus der Welt zu gehen, sagte Er zu Seinem Vater Joh. 17,11.13.: Ich komme zu Dir, und dieses höchst wichtige Kommen zum Vater, wobei Er als Priester vor Seinem Angesicht für uns erschien, und als König alle Gewalt von Ihm empfing, wird auch Hebr. 9,12.24., Offenb. 5,7. und Dan. 7,13. beschrieben und in der letzten Stelle auch der Wolken des Himmels Meldung gethan. Dieses Kommen zum Vater ist der Grund Seiner Zukunft bei den Menschen. Er kommt, Seine Feinde zu überwinden und zu richten, und die Seinigen von allem Uebel zu erlösen, weil Er bei Seiner Zukunft zu dem Vater eine ewige Erlösung gefunden, und alle Gewalt von dem Vater empfangen hat. Unser Blick soll oft auf die Zukunft Christi gerichtet sein, welche unaussprechlich wichtig ist, und ewige Folgen haben wird. Jetzt können die Menschen auf dem Erdboden nach ihrer Willkühr handeln. Sie werden des Bösen gewohnt und entschuldigen die Sünden, oder sehen sie wenigstens nicht mit dem gebührenden Haß und Abscheu an. Sie meinen alsdann, Gott sei auch gesinnt wie sie: und Er sieht zu, und schweigt; aber Er wird bei Seiner Zukunft sie von Seiner reinen Gerechtigkeit überzeugen, ihnen ihre Werke in dem rechten Licht unter Augen stellen und über einen Jeden ein rechtes Urtheil fällen, wobei es sein Verbleiben haben wird. Siehe, Er kommt in den Wolken: wache also auf, der du schläfest! Mel.: Gottlob, ein Schritt zur Ewigkeit. 1.
Der HErr kommt! ist ein wichtig Wort
Für Christi Unterthanen;
Es soll die Seinen immerfort
An Seine Zukunft mahnen.
So werden sie in Angst erfreut,
So werden sie vor Sicherheit
Durch ihren HErrn bewahret. 2.
Der HErr kommt Allen in der Kraft,
Gerechte zu erlösen;
Er kommt zugleich zur Rechenschaft
Und Strafe allen Bösen.
Auf diesen Tag ist aufzuseh’n,
Da wird die Aenderung gescheh’n
Der Dinge dieses Lebens. 3.
HErr! laß dieß Wort auch immerzu
Mir im Gedächtniß bleiben;
So wird mich’s, was ich leid’ und thu’,
Zur Furcht und Freude treiben:
Zur Freude unter langem Kreuz,
Zur Furcht vor Wollust, Stolz und Geiz,
Und was die Welt sonst übet. 4.
Laß mich sowohl auf Zorn als Huld
In Deiner Zukunft merken;
Laß stets Dein Wort mich in Geduld
Und in dem Glauben stärken;
Und lehre mich in Einem Geist
Mit allen, die Du glaubig heißt,
Auch sprechen: komm, HErr Jesu!