11.09.2026

Die Gnade unsers HErrn Jesu Christ, und die Liebe Gottes, und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch Allen. Amen.

2 Kor. 13,13. Das wesentliche Wort, der Sohn Gottes Jesus Christus ist von dem Vater ausgegangen und gesandt, der Heilige Geist geht auch von dem Vater und Sohn aus, und wird in die Herzen der Glaubigen gesandt, von dem Vater unsers HErrn Jesu Christi aber wird nie gesagt, daß Er ausgehe und gesandt werde. Der Sohn Gottes wird, insofern Er von dem Vater ausgegangen und gesandt worden ist, der Mittler zwischen Gott und Menschen, der Heiland, das Haupt der Gemeinde u.s.w. genannt; der Heilige Geist aber wird, insofern er ausgehet und gesandt wird, eine Gabe, ein Pfand, Angeld, Siegel, und Tröster oder Beistand der Glaubigen genannt. Wenn nun der Sohn Gottes und der Heilige Geist so, wie jetzt gesagt worden, beschrieben und genannt werden, so wird der Vater unsers HErrn Jesu Christi Gott genannt, weil Er durch keine Sendung und durch keinen Ausgang in ein neues Verhältniß gegen die Menschen eingetreten ist, s. Röm. 3,25. Joh. 17,3. Eph. 4,4.5.6. 1 Tim. 2,5. Offenb. 1,4.5.6. Auch der Sohn Gottes ist Gott über Alles, gelobet in Ewigkeit, wenn Er aber in Seinem Mittleramt vorgestellt wird (welches in den meisten Sprüchen des Neuen Testamentes geschieht), so wird Er Jesus Christus genannt. Auch der Heilige Geist ist wahrhaftiger Gott, denn wie könnte der Geist Gottes ein anderes Wesen haben, als ein göttliches? Wenn Er aber vorgestellt wird, so bekommt Er viele Namen, die Seine Wirkungen und Sein Verhältniß zu den Menschen anzeigen. Diese Weise brauchte Paulus in dem vortrefflichen Wunsch: die Gnade unsers HErrn Jesu Christi, und die Liebe Gottes, und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch Allen. Amen. Der Sohn Gottes ist als derjenige, der vom Vater ausgegangen und gesandt worden ist, der HErr der Menschen, die Er erlöst und erkauft hat. Er heißt Jesus oder Heiland, und Christus oder der Gesalbte. Zu Ihm muß sich der Sünder wenden, dem geholfen werden soll. Seiner Erlösungsgnade oder Seiner Mittlersgnade muß er zuvörderst theilhaftig werden. Wer außer Christo zu dem göttlichen Wesen nahen will, dem ist dasselbe ein verzehrendes Feuer. Die Gnade, die der HErr Jesus Christus erworben hat, und die man durch den Glauben an Ihn erlangt, ist der Anfang und Grund des Heils der Sünder. Aber durch diese Gnade ist der Vater, wenn man Ihn als Gott betrachtet, den Menschen hold. Ein Mensch, der in Jesu Christo Gnade erlangt, denkt mit Wonne daran, daß der Vater unsers HErrn Jesu Christi Gott sei. Der Name Gottes ist ihm nun lieblich. Er denkt diesen Namen gerne, und glaubt zugleich, was Johannes schrieb: Gott ist ein Licht, Gott ist Liebe. Er empfindet auch und genießt, um Christi willen, die Liebe Gottes, welche der Vater unsers HErrn Jesu Christi und unser Vater ist. Zugleich tritt er in eine unschätzbare Gemeinschaft mit Gott dem Vater und Seinem Sohn Jesu Christo ein, und diese Gemeinschaft wird die Gemeinschaft des Heiligen Geistes genannt, weil der Mensch eben denjenigen Geist empfängt, welcher der Geist des Vaters und des Sohnes ist. So lange also diese Gemeinschaft mit uns ist, so lange sind wir mit Gott dem Sohn und mit Gott dem Vater verbunden; und also selige Leute. Was können wir also mehr wünschen, als daß dieser Wunsch auch bei uns Ja und Amen werde? Mel.: O Jerusalem, du schöne. 1.
All’ mein Wünschen geht auf Gnade;
Denn von Gnade lebet man,
Und mein Glaube nimmt gerade
Sie als angeboten an.
Gott! mein Geist verlangt nach Dir;
Deine Gnade sei mit mir. 2.
Unaussprechlich ist die Gnade,
Die uns Sünder selig macht;
So hat mich im Wasserbade
Vater, Sohn und Geist bedacht,
Und ich seufze nur nach ihr.
Gottes Gnade sei mit mir! 3.
Unaussprechlich ist die Gnade,
Daß der Vater mich geliebt,
Und mir sündenvoller Made
Alle meine Schuld vergibt.
Vater! Dein Kind ruft zu Dir:
Deine Gnade sei mit mir. 4.
Unaussprechlich ist die Gnade,
Daß der Sohn auch für mich starb
Und im allerhöchsten Grade
Mir mein Heil mit Blut erwarb.
Jesu! mein Herz ruft zu Dir:
Deine Gnade sei mit mir. 5.
Unaussprechlich ist die Gnade,
Daß der Geist mich kräftig rührt,
Und mich auf dem Lebenspfade
Richtig zu dem Himmel führt.
Darauf leb’ und sterb’ ich hier;
Amen, Gnade sei mit mir!