18.01.2026

Christus wird unsern nichtigen Leib verklären, daß er ähnlich werde Seinem verklärten Leibe.

Phil. 3,21.
Die Leiber der Glaubigen werden dadurch hochgeehrt, daß sie Tempel des Heiligen Geistes und ihre Glieder Christi Glieder genannt werden. Hingegen heißen sie auch, so lange das irdische Leben währet, nichtige Leiber, oder Leiber der Demüthigung, weil sie bei der Gnade der Wiedergeburt und Heiligung, so den Glaubigen widerfährt, keine Verwandlung erfahren, sondern ihre vorigen Eigenschaften behalten. Es ist demüthigend für einen glaubigen Christen, daß er einen Leib hat, welcher die Seele durch seine Schwachheit und Gebrechen drückt und oft hindert, welcher den Zunder zu bösen Lüsten enthält, welcher Glieder an sich hat, von denen Paulus 1 Kor. 12,23. sagt, daß sie uns dünken die unehrlichsten zu sein, welcher einer mühsamen Nahrung und Pflege bedarf, und durch dieselbe viele Beschäftigungen verursacht, welcher endlich den Tod leiden muß, als todt Jedermann zum Eckel, und durch die Verwesung in Staub verwandelt wird. Aber dieser Leib der Demüthigung ist bei Vielen der Magnet, welcher die ganze Seele an sich zieht: so daß diese den Bauch, den doch Gott bei der Auferstehung abthun wird, zum Gott macht, auf die Pflege und den Putz des Leibes ihre größte Sorgfalt wendet, und die Wollüste, welche sie durch die leiblichen Sinne empfindet, für ihr höchstes Gut hält. Solche Leute sind fleischlich gesinnt, und säen auf das Fleisch, werden aber von demselben ihr Verderben ernten.
Glaubige Christen aber hoffen, daß Christus ihre nichtigen Leiber bei der Auferstehung derselben verklären oder herrlich machen werde. Er wird ihnen also keine neuen Leiber geben, wenn Er sie ganz in Sein himmlisches Reich einführen wird: sondern eines Jeden Leib der Demüthigung, welcher in Unehre gesäet worden, wird alsdann in der Herrlichkeit auferstehen, und ihre Verherrlichung wird so weit reichen, daß sie dem verklärten Leib Christi ähnlich werden. Hier verliert sich nun unser Blick; denn wer kann verstehen, wie herrlich der Leib unsers erhöheten HErrn und Heilandes sei? Solche dinge sagt uns die heilige Schrift, damit sie unsere Hoffnung zu dem, was unbegreiflich und unaussprechlich ist, erhöhe, und dieses ist für einen Pilgrim genug. Ohne Zweifel wird der Mensch durch die Sinne des verklärten Leibes unaussprechlicher Ergötzungen fähig sein; weßwegen Paulus die Hoffnung dieser Verklärung dem irdischen Sinn derjenigen entgegensetzt, welche den Bauch zum Gott machen und ihre Herrlichkeit in ihrer Schande, das ist in ihren schändlichen Wollüsten suchen. Wer also sein Vaterland im Himmel hat, und sich selbst hienieden verleugnet, seines Leibes zwar, weil er das Werkzeug der Seele bei dem Dienst Gottes ist, schonet, doch aber nüchtern und mäßig ist, dem Leib versagt, was ihn geil machen könnte, und ihn betäubt oder hart hält, wo es die Anbetung Gottes und die Ausrichtung Seines Willens erfordert: - wer so gesinnt ist, wird nicht zu kurz kommen, denn wenn die fleischlichen Menschen fühlen werden, daß ihr Ende die Verdammniß sei, so wird hingegen sein Leib bei der Zukunft Christi vom Himmel verherrlicht werden, und von da an unaussprechlich mehr genießen, als ihm auf Erden um Christi willen versagt worden war. Gelobet sei de HErr, der den Seinigen diese Hoffnung gegeben hat, und diese Hoffnung dereinst überschwenglich erfüllen will!
Mel.: O Durchbrecher etc.
1.
Wenn der Würmer ihr Gewimmel
In dem Grab mir Grauen macht,
Schaut mein Glaube in den Himmel
Auf der Leiber neue Pracht;
Denn das Alte wird nicht währen,
Jesus machet Alles neu;
Er wird unsern Leib verklären,
Daß er Seinem ähnlich sei.
2.
Er kann viel mehr, als ich glaube,
Ihm ist Alles unterthan,
Daß Er aus dem schlecht’sten Staube
Etwas Schönes bilden kann.
Jetzo tragen wir auf Erden
Leiber der Erniedrigung;
Jesus heißt sie himmlisch werden,
Leiber der Verherrlichung:
3.
Lichte Augen, Gott zu sehen;
Ohren, scharf zum Harfenklang;
Füße, rein, bei’m Thron zu stehen;
Zungen, geistlich zum Gesang;
Häupter, klar zum Kronentragen,
Hände, werth der Palmenehr‘.
Doch was will man hier schon sagen,
Dort wird alles herrlicher!
4.
O Du Geist der Offenbarung,
Mach mich in der Zeit bereit
Zu der ewigen Erfahrung
Der geglaubten Herrlichkeit!
Seh‘ ich schon mein Grab hier offen,
Schreckt mich doch der Moder nicht;
Denn ich darf Verklärung hoffen,
Und die Hoffnung sieht in’s Licht.